Der Whisky, der Dir schmeckt ist der richtige Whisky und die Art zu trinken, die Dir gefällt ist die beste Art (aber bitte keinen Ananasssaft in den Single Malt...)
Blended Whisky ist eine Mischung und Komposition aus verschiedenen Malt Whiskys, die den Geschmack prägen, und Grain Whiskys, die den Whisky leichter machen.
Manche Blended Whiskys bestehen aus über 50 verschiedenen Malt Whiskys.
Blended Malt ist eine Komposition aus Malt Whiskys. Auf Grain ist hier verzichtet worden.
Hier sind nur Malt Whiskys einer Brennerei enthalten. Die Brennereien versuchen, den Stil und den Geschmack sehr konstant zu halten. Dies gelingt durch das Mischen ähnlicher Fässer.
Das ist Whisky wie er aus dem Fass kommt, mit allen Ecken und Kanten, sehr individuell. Davon gibt es immer nur eine sehr begrenzte Menge. Wenn weg dann weg...
Rauchig oder nicht rauchig? (peated vs. unpeated)
Ob ein Whisky rauchig (manche sagen auch getorft) ist, liegt daran wie die gemälzte Gerste getrocknet wird. Wird sie über einem Torffeuer getrocknet wird der Whisky rauchig. Dabei kommt es auch auf die Dauer und die Art des Torfes an.
Beide Whisky Variationen haben ihren Reiz und auch ihre Zeit. Viele Brennereien produzieren neben dem ungetorften zeitweise auch eine getorfte Version.
An einem Sommerabend greift man sicher eher zu einem fruchtigen ungetorften Whisky aus den schottischen Highlands. An einem Winterabend vor dem Kaminfeuer bietet sich der getorfte Whisky von Islay an.
Aber man sollte auch hier nicht zu dogmatisch sein und jeden Moment so genießen wie es gerade passt.
Das richtige Glas
Damit sich das Aroma der edlen Spirituose richtig entfalten kann sind die sog. Tumbler eher nicht geeignet (vielleicht wenn man Cola und Eis hinzufügen will...).
Nosing Gläser sind hier die bessere Wahl.
Die richtige Stimmung...
Wie immer hängt es auch vom richtigen Ort, der richtigen Gelegenheit und der richtigen Stimmung ab.
Insgesamt bin ich der Meinung:
"Whisky is to share with friends"
Whisky ist eine sehr vielseitige aber auch eine sehr individuelle Spirituose. Bei mir hat es mit sehr leicht trinkbaren irischen blended Whiskeys angefangen. Diese haben mich zu schottischen Single Malts geführt...
Vielleicht hätte es damals auch eine andere Spirituose werden können aber beim Whisky war es Liebe auf den ersten Schluck. Man sollte dann seiner Liebe auch treu bleiben.
Es gibt Whiskys aus vielen Ländern der Welt. Viele davon sind qualitativ sehr gut und schmecken auch prima. Ich gebe aber den Schotten den Vorzug (ohne jedoch die Augen vor den andere zu verschließen...).
Ein Whisky hat einem gut gefallen und man findet den gleichen oder einen ähnlichen im Angebot.
Er war ja gut, zur Sicherheit sollte man dann mal eine Reserveflasche haben falls die erste zur Neige geht.
Man ist auf den Geschmack gekommen und besucht Spirituosenfachgeschäfte und ist von der Auswahl begeistert (manchmal reicht es aus, ich an der Auswahl zu erfreuen...manchmal nicht) und hört auf die Empfehlung des Händlers seines Vertrauens...
Man hat Geschmack an besonderen Ausgaben seines Liebingswhiskys gefunden. Die Hersteller nutzen dieses Stadium ganz bewusst und in unverschämter Weise aus.
Manche Brennereien bringen jedes Jahr mehrere (natürlich streng limitierte und unwiederbringliche) Sondereditionen heraus.
Was soll man da machen???
Ein ganzes Fass zu kaufen ist total unvernünftig. In der Regel beinhaltet ein Fass 200 Liter Whisky und selbst noch 10 Jahren Lagerung ergibt ein Fass noch über 200 Flaschen Whisky...
Aber manchmal ist der Wunsch größer als der Verstand.
Eine Lösung können Teilab-füllungen sein. Dann sind es nur noch 80 Flaschen auf einmal.
Alles mit einem Alkoholgehalt von der 40% darf Whisky genannt werden. Wenn der Whisky in der Brennerei ins Fass kommt hat er in der Regel einen Alkoholgehalt von 63,5% (manche Brennereien wählen einen noch höheren Alkoholgehalt). Das bedeutet, dass Whisky eine Alkoholstärke zwischen diesen 40% und 63,5% haben kann. Je länger der Whisky im Fass reift desto mehr Flüssigkeit und Alkoholgehalt kann er verlieren. Das ist der Angels share. Whisky kann man mit wenigen Tropfen Wasser „aufschließen“. Der Geschmack verändert sich mit wenigen Tropfen auf sehr interessante Weise. Je höher der Alkoholgehalt ist, desto mehr kann man mit der Zugabe von Wasser spielen. Fassstarke Whiskys (in der Regel zwischen 50% und 60%) sind eine Klasse für sich und erfreuen sich großer Beliebtheit. Die meisten o-fifty Whiskys sind mit 55,5% abgefüllt.
Whisky wurde früher in allen möglichen Fässern abgefüllt. Primäres Ziel war damals, ein Behältnis zum Transport zu haben. Dabei hat man immer die Fässer genommen, die in Schottland zur Hand waren. Sherry war sehr beliebt in Großbritannien . Daher sind oft Sherry Fässer genommen worden. Die andere häufig verwendete Fassart ist das Bourbon Fass. In den USA wurde gesetzlich festgelegt, dass zu Herstellung von Bourbon Whiskey ausschließlich neue und unbenutzte Fässer verwendet werden dürfen (ein klassischer Fall von Wirtschaftsförderung, hier die Holzindustrie an der Ostküste der USA). Nach dem ersten Gebrach gab es in den USA keine Verwendung für diese Fässer mehr und die Schotten haben diese zu einem günstigen Kurs übernommen. In Schottland heißen diese Fässer dann „first fill Bourbon barrels“. Es war aus schottischer Sicht noch kein Whisky in dem Fass (sondern nur diese amerikanische…Flüssigkeit…). Im Laufe der Zeit hat man festgestellt, dass mit der Auswahl der Fässer der Geschmack des Whiskys beeinflusst und gesteuert werden kann. Der selbe Whisky kann durch die Fassauswahl viele sehr interessante Ausprägungen erhalten. Allein dieses Thema ist eine Wissenschaft für sich. Sherry gibt andere Geschmacksnoten mit als Bourbon Fässer. Einzelne Sherrys unterscheiden sich auch noch untereinander deutlich im Geschmacksprofil. Es gibt auch interessante Experimente mit anderen Weinfässern, Rum- und Bierfässern. Alles geben dem Whisky eine Richtung. Die richtige Komposition und Reifedauer macht dann den Geschmack.
Älterer Whisky ist „besser“ als junger Whisky? Diese Frage lässt sich nicht simpel und pauschal beantworten. Früher hat man gelernt, dass man Whiskys ab einem Alter 10 oder 12 trinken solle. Das ist sicherlich auch nicht als, denn viele Whiskys sind dann gut gereift. In den vergangenen 10 Jahren sind aber viele Whiskys auf den Markt gekommen, bei denen bewusst auf die Altersangabe verzichtet worden ist. Der Fachbegriff ist hier NAS (no age statement). Diese Whiskys sind allesamt sehr angenehm zu trinken und sehr ausgewogen. In diesem NAS wird ein Anteil junger Whisky enthalten sein, was aber dem Geschmack nicht schadet. Hintergrund wird eine Marken- (oder Geschmacks) Politik sein und es ist der Tatsache geschuldet, dass manche Brennereien nicht so schnell nachproduzierten können wie der aktuelle Whisky verkauft wird (dauert ja bis zu 12 Jahre). Durch andere Hefen, die bei der Maische verwendet werden, durch mehr Forschung beim Brennvorgang und durch eine gute Fassauswahl gelingt es auch, junge Whiskys mit wirklich sehr gutem Geschmack zu produzieren. Als Beispiele seien hier Nc´Nean, Annandale und auch Linderes Abbey zu nennen. Alles junge Brennereien, die bereits früh sehr schönen Whisky auf den Markt gebracht haben. Für rauchige Whiskys gilt auch, dass je jünger der Whisky abgefüllt wird, desto mehr Rauchigkeit erhalten bleibt. Der Rauch wird im Fass über die Jahre weniger, dafür der Whisky aber „runder“ und weniger wild. Also Alter ist nicht immer das alleinige Qualitätskriterium. Die jüngeren 3 o-fifty Whiskys sind allesamt rauchige Vertreter, die zudem in sehr interessanten Fässern herangereift sind. Hier haben wir Sherry Butt kombiniert mit einem PX Octave und ein frisches Rioja Barrique Fass, die einen schönen Geschmack beitragen. Hinzu kommt, dass je kleiner das Fass ist, desto mehr Kontakt hat der Whisky mit dem Holz. Dadurch wird die Reifung beschleunigt. Der junge o-fifty hat in einem 60 Liter Octave Fass reifen dürfen. Daher wirkt er lange nicht so jung wie er eigentlich ist.
© Olaf Tkotsch. Alle Rechte vorbehalten.
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